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Berufswahlparcours 2026

Am Berufswahlparcours im Embrachertal erleben die Klassen der 2. Sek an zwei Morgen zwei Arbeitswelten praxisnah. In der Mühle Wildbach haben sie am Dienstag und Mittwoch als Restaurationsfachleute geschnuppert – mit echten Gästen, eingeladen vom  Gewerbeverein.

Hier ein Spritzer Zitrone, da noch etwas Eistee und ein Pfefferminzblatt zur Dekoration – in der Mühle Wildbach startet der Berufswahlparcours für zwei Mal sechs Jugendliche mit der Challenge einen eigenen Drink zu mixen. Eliana und Maxim nennen ihn «Sour Schock». «Ja, etwas Säure muss sein zum Apéro», sagt die Geschäftsführerin Sophia Felser, nimmt eine Pipette zur Hand und probiert. «Mmm, ja, der ist gut.» Die Schülerinnen und Schüler sollen ihre Drinks später echten Gästen servieren. Nicht nur das: Auch das Mittagessen, von der Vorspeise bis zum Kaffee, werden sie auftischen. Ein paar nicken auf die Frage, ob sie nervös seien.

Servicefach und Hotellerie

Aus einer Liste konnten die Jugendlichen angeben, welche Berufe sie schnuppern möchten. Die Mühle Wildbach führt nebst Restaurant, Bar und Eventkeller einen kleinen Hotelbetrieb mit drei Zimmern. So erhielten hier auch Hotellerie-Interessenten einen Einblick. Während die Schnupper-Restaurationsfachleute lernen, wie man den Tisch richtig deckt, hantieren zwei junge «Hoteliers» im oberen Stock mit Staubsauger und Wisch-Mopp. Hier ist Florence Felser die Chefin. Sie erklärt die tägliche Routine in Zimmern und Bad: Lüften, abstauben, putzen bis unters Bett und in die Ecken. Sogar die Türfallen werden desinfiziert.

Sprachen und Kontaktfreude

«Der Kontakt zu den Gästen, und dass man mit ihnen in verschiedenen Sprachen reden kann, gefällt mir an dem Beruf», sagt Diana. Sie möchte noch ein paar Tage mehr schnuppern, bevor sie sich für eine Ausbildung zur Fachfrau Hotellerie/Hauswirtschaft entscheidet – zu wichtig ist der Entschluss, um ihn spontan zu fällen. Motiviert packt sie den gut ausgedrückten Wisch-Mopp und nimmt schwungvoll den rustikalen Eichenboden auf.

Im Restaurant lernen die Jugendlichen derweil, wie man zwei Teller in einer Hand trägt. Aus dem Servicebereich am Buffet vorbei bis zu den Tischen ist das echte Balancierkunst. Viel Zeit zum Üben bleibt nicht – die ersten Gäste treffen ein. Souverän nehmen die sechs Schnuppernden Bestellungen auf, halten Blickkontakt, jonglieren geschickt heisse Teller und bis zum Rand gefüllte Kaffeetassen. «Jetzt bin ich nicht mehr nervös», sagt Nia nach der Vorspeise, «aber ich bekomme Hunger. Das Essen riecht so gut.» Zuletzt dürfen die Jugendlichen die Rechnungs-Mappen an die Tische bringen. Eine Rechnung ist keine drin – der Gewerbeverein Embrachertal hat eingeladen. Trinkgeld ist dennoch willkommen – und davon gibt es reichlich. 192 Franken teilen die Schülerinnen und Schüler untereinander auf. Ihre Freude zeigt: Das ist mehr, als sie erwartet haben. Und für die meisten ist es das erste, selbstverdiente Geld.

Der Artikel ist am 13. Februar 2026 auf Seite 13 der Gewerbezeitung erschienen.

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